25 Jahrfeier des GGWC
29.6- 1.7.2007, Rauchwart / K.-fidisch im Bgld.
von Christina Prassl
O: 016° 13' 30" N: 47° 07' 49" . . . .
. . . . . . das sind nicht etwa die Koordinaten, die unser Eurofighter für den Flug nach Zeltweg bekommen hat, sondern die Koordinaten, mit denen die meisten der Teilnehmer versuchen, das Camp in Rauchwart zu finden.
Klingt ja alles ganz einfach, Koordinaten eingeben, Navigation beginnen und losfahren Pech nur, dass sich hier so viele Häuser befinden, die sich uns in den Weg stellen.
Natürlich hätte man ja auch ganz einfach den Hinweisschildern in Rauchwart folgen können, aber was wären echte Offroader, wenn sie sich von Schildern beeinflussen ließen.
Endlich sind wir angekommen direkt am Rauchwarter Badesee schlagen wir unser Lager auf, Pinzgauer reihen sich an Puch G, frisch restaurierte US-Army Jeeps und dergleichen mehr. Was in Kindheitstagen die Matchbox-Autos waren, sind hier die großen Brüder eben dieser, die mit viel Liebe gehegt und gepflegt werden und zu solchen Anlässen in die freie Natur entlassen werden. Ein riesengroßer Spielplatz für erwachsene Männer, deren Augen beim Anblick dieser Autos wieder dasselbe Leuchten bekommen wie anno dazumal unterm Weihnachtsbaum (Anm.d.Red.: das ist eine rein objektive Beobachtung, das hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass ich eine Frau bin).
Bei einem Rundgang durch das Camp werden Autos und deren Umbauten studiert, hitzige Diskussionen geführt, die dann mit einem kühlen Bier auch gleich wieder begossen werden.
Alles in allem ein entspannter erster Abend in Rauchwart, der mit gemütlichem Beisammensein und dem gemeinsamen Studieren von Videos aus alten Zeiten beschlossen wird.
Eine unruhige Nacht braute sich am Rauchwarter Himmel zusammen, weshalb am nächsten Morgen der eine oder andere ein wenig unausgeschlafen aus dem Zelt, Anhänger oder wo auch immer man(n) sich seinen Schlafplatz gesucht hatte, kriecht ob aufgrund der Tatsache, dass ein heftiges Gewitter über uns hereingebrochen ist oder die Sperrstunde im Seerestaurant bis in die Morgenstunden ausgedehnt wurde, das sei jetzt dahingestellt.
Mehr oder weniger pünktlich beginnt die gemeinsame Abfahrt nach Kirchfidisch um 9 Uhr (und ein paar Zerquetschte, nicht der Erwähnung wert) und so setzt sich der bunt zusammen gewürfelte Tross in Bewegung.
Einigen Anwohnern am Wegesrand hat es bei dieser Kolonne doch glatt die Sprache verschlagen und so werden wir mit großem Staunen und angesichts des Klimawandels und der doch recht beträchtlichen Abgaswolke, die über unseren Wägelchen schwebt, mit dem einen oder anderem kritischen Blick beobachtet.
Endlich kommt die heiß ersehnte Action ins Spiel, Fahrerbesprechung, Gruppeneinteilung und Aufteilung auf die verschiedenen Sektionen. Es wird diskutiert, Strategien werden besprochen und die Startreihenfolge wird festgelegt. Schließlich ist es nicht mit der Ehre eines jeden Fahrers vereinbar, nur wegen eines kleinen Fehlers bei der Startreihenfolge den Sieg für die gesamte Gruppe aufs Spiel zu setzen.
Nach einigem Hin und Her sind 3 Gruppen gefunden, Hubsis G-Klasse, die Pinzi-fora und Mr. Ed´s Kämpfer. Und schon kann es mit dem Hardcore Trial losgehen!
Als erstes dürfen Mr. Ed´s Kämpfer Bekanntschaft mit den Kirchfidischer Schlammlöchern machen, die sich durch den Regen der Nacht in größere Seen verwandelt haben.
Innerhalb einer recht passablen Zeit von 22:39,99 Min schafft es die erste Gruppe, sich durch den Parcours zu manövrieren und vollzählig und mit (fast) allen Einzelteilen wieder zurückzukehren.
Natürlich wurde diese Fahrt von den gegnerischen Lagern genauestens beobachtet und so konnten recht schnell diverse Schlüsselstellen ausgemacht werden.
Endlich darf Hubsi´s G-Klasse ans Lenkrand, die mit einem unerschütterlichen Ehrgeiz ans Werk geht. Sekunden werden gutgemacht durch besonders waghalsige Fahrmanöver und den Verlusten sämtlicher Einzelteile trotzend, werden die Wägelchen auch unter heftigsten Protesten der besten Motoren, die steilen Hänge raufgejagt.
Das Ergebnis ist eine sehr gute Zeit von 11:58,78 Min, mit der die nun folgenden Pinzgauer erst einmal mithalten müssen. Aber schon nach ein paar Fahrminuten wird klar, dass die Pinzi-fora eine ernsthafte Konkurrenz für die Puch G-Fahrer darstellen, indem sie ihre fehlende Motorleistung durch ausgeprägtes Kriechverhalten auch an den schwierigsten Stellen unter Beweis stellen. Aber wo der Wille zu siegen, da auch ein schlammiger und durch die Konkurrenten abgefahrener Abhang, den man hinunter sicher viel leichter bewältigen könnte, als, wie gefordert, hinauf.
Als die ersten gequälten Motorengeräusche unüberhörbar wurden, ist die Zuschauermenge schon auf eine beachtliche Größe angewachsen.
Hier wird angefeuert, gefachsimpelt oder einfach nur mit großer Begeisterung der unbändige Wille, den Berg zu besiegen und sei er noch so rutschig, bestaunt.
Das Highlight dieser Runde, wobei so manches Herz ein wenig tiefer gerutscht ist, stellt unangefochten die kurze schwerpunktmäßige Umverteilung auf die linke Wagenhälfte des Pinzgauers von Walter Friedrich dar. Es wird aber gemunkelt, dass er eigentlich eine Analyse der Bodenbeschaffenheit machen wollte, für die er eine kleine Bodenprobe brauchte, und nur zu faul war aus dem Wagen zu steigen. Böse Zungen behaupten gar, dass es am fehlenden Gegengewicht eines Beifahrers gelegen ist. Aber wie gesagt, hier handelt es sich um reine Mutmaßungen.
Nach einigen Hängern, unfreiwilligen Abrutschern und Seilbergungen zeigt der Blick auf die Stoppuhr, dass hier ausgerechnet am letzten Hang die gute Zeit verspielt wurde und es nur zu einem dritten Platz reicht. Noch ist aber nicht aller Tage Abend und so freuen wir uns alle auf die verdiente Stärkung mit Bratwurst, Kotelett, Kartoffelsalat und einem kühlen Bier (Anm. der Redaktion: antialkoholische Getränke gibt es natürlich auch, wir wollen an dieser Stelle keinen schlechten Eindruck hinterlassen und ganz im Ernst, we don´t drink and drive!).
Gestärkt mit den ganzen Leckereien geht es auch schon in die nächste und letzte Runde des Bewerbs. Kurze Fahrerbesprechung und Streckenbegehung, bei der so mancher (Bei)Fahrer angesichts der körperlichen Verfassung das ganze lieber von unten überblicksmäßig im Auge behält, und schon werden die Motoren gestartet.
Voller Übereifer stürzt sich, im wahrsten Sinn des Wortes, die gemischte Gruppe ins Abenteuer und der verhängnisvollste Teil dieser Strecke, 2 Meter nach dem Start, zwingt auch schon so manchen an den Bergegurt.
Für die Zuschauer natürlich sehr interessant, weil hier so richtig im Dreck gespielt werden darf und wirklich jeder, sofern er oder sie nicht rechtzeitig zur Seite springen konnten, seinen Schlamm abbekommt. Was in Schönheitssalons für viel Geld verkauft wird, gibt es hier gratis, und angeblich soll die Kirchfidischer Schlammpackung eine besonders verjüngende und entschlackende Wirkung haben.
Was die können, können die Puch G-Fahrer natürlich schon lange und so beweisen auch sie den Zuschauern wie viel Schlamm es braucht um nicht mehr von selbst aus dem Dreck zu kommen. Alles in allem schlägt sich diese Gruppe etwas besser, was durch den Vorsprung vom Vormittag in einer sehr guten Gesamtzeit endet.
Aber jetzt sind mal wieder die größten Gegner dran die Pinzgauer. Und wieder erweist sich der letzte Hang als des Pinzgauers Genickbruch, was den Puch G-Fahrern die Aussichten auf einen möglichen Sieg versüßt.
Tatsächlich schafft es kein einziger Pinzgauer von selbst diesen Hang hinauf, obwohl der Ehrgeiz und der Wille so groß waren, sodass es einem Fahrzeug erlaubt war die Strecke zu verlassen und dem Rest der Gruppe von oberhalb Hilfestellung mittels Bergegurt zu leisten.
Die Enttäuschung war bei manchem sicher groß, aber wir erinnern uns worum es bei dieser Veranstaltung eigentlich geht SPASS am Fahren und an der Gemeinschaft!
Und so nutzen noch einige die Möglichkeit zum freien Fahren im Gelände oder aber brechen schon vorzeitig in Richtung Camp auf um sich bei diesen Temperaturen im See der körperlichen Abkühlung zu widmen. Der Rauchwarter See hat mit Sicherheit noch nie so eine Horde an dreckverkrusteten Körpern fassen müssen, die sich den Schlamm abwaschen um nicht gleich aus dem Seerestaurant verwiesen zu werden, in dem um 19.30 Uhr die Siegerehrung stattfindet.
Die Selbstversorger ziehen sich zu ihren Zelten zurück und schon bald lässt der liebliche Geruch von frisch Gegrilltem den restlichen Campbewohnern das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Frisch gestärkt finden sich alle pünktlich zur Siegerehrung im Seerestaurant ein, die von unserem Walter Auner unter Darbietung seiner letzten Kräfte in absolut astreinem Schönbrunner Deutsch (Anm.d.Red.: sprachliche Ausdrucksweise mit betont nasalem und vornehmen Touch, die noch das Unterwürfige aus der k.&k.-Zeit aufzeigt) abgehalten wird.
Da es an diesem Tag keine Verlierer sondern nur Sieger gibt, wird die Platzierung auf der Urkunde nicht ganz so ernst genommen, eher wird der olympische Gedanke gefeiert dabei sein ist alles. Und so mancher feiert eben länger als die anderen, oder als ihm gut tut.
Am nächsten Morgen wird bei Sonnenaufgang das ganze Ausmaß der unbändigen Freude am Feiern sichtbar einige oder eher viele Autos haben nicht in der unmittelbaren Nähe ihres Besitzers, sondern auf dem gesicherten Parkplatz übernachtet und werden erst beim deftigen Frühstück, das eine Wohltat für Geist und den geschundenen Körper ist, wieder in die Arme geschlossen.
Die Ausfahrt durchs südliche Burgenland wurde schon am Abend zuvor durch ein gemütliches freies Fahren ersetzt und so können sich alle Teilnehmer dieser wunderbaren Feier noch einmal in ihrer Lieblingsdisziplin und dem eigentlichen Grund des Hierseins messen - dem Spaß am Fahren.
Da der Wettergott dem GGWC gut gesinnt war, wurden die letzten Fahrer auch noch nach 19 Uhr beim langsamen Verlassen des Camps gesichtet um noch jede Minute dieses unvergesslichen Wochenendes auszunutzen.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an alle, die für die reibungslose Umsetzung dieses Wochenendes zuständig waren!
Und besonderer Dank gebührt natürlich el presidente Walter Auner.
Bericht von Christina Prassl
Genaue Platzierungen an diesem Wochenende:
Zeitmaschine der Harten:
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1. Platz Hubsi´s G-Klasse: Hubert Ruff, G Andreas Schlech, G Martin Güttl, G Oswald Zinterl, G Wolfgang Friedrich, G Christian Schneider-Wagner,G 0:11:58,78 -:- 1. Runde 0:25:03,28 -:- 2. Runde 0:37:02,06 -:- Gesamt
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2. Platz Mr. Ed´s Kämpfer: Norbert Huber Gottfried Matschinegg Andreas Wolf Edwin Meierhofer Stefan Brunner
0:22:39,99 -:- 1. Runde 0:32:36,71 -:- 2. Runde 0:55:16,70 -:- Gesamt
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3. Platz die Pinzi-fora: Peter Pessl Andreas Krenn Heinz Skrabal Norbert Jauk Walter Friedrich
0:25:33,03 -:- 1. Runde 0:39:42,56 -:- 2. Runde 1:05:15,59 -:- Gesamt |
Ohne Wertung : die Hafi´mafiosos : nicht zum Start angetreten, grüne Freifahrer in der Grube
Speedwertung:
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1. Platz |
Andy Wolf |
0:01:09,51 |
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2.Platz |
Christian Schneider-Wagner |
0:01:29,22 |
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3. Platz |
Heinz Skrabal |
0:01:33,07 |
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4. Platz |
Andy Krenn |
0:01:35,70 |
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5. Platz |
Walter Friedrich |
0:01:38,74 |
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6. Platz |
Peter Pessl |
0:01:41,66 |
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7. Platz |
Norbert Huber |
0:01:58,26 |
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8. Platz |
Edwin Meierhofer |
0:02:23,51 |
Weiters gab es eine Pinzi-Fahrschule für Neubesitzer mit Pinzgauer Experten Klaus als Fahrlehrer.
Die Teilnehmer an diesem 25er-Event, die nicht in der Wertung fuhren, wählten die freie Geländeerprobung.
Die gesamte Veranstaltung blieb Unfallfrei !!
Bericht in [pdf-format] 46kB
Zum 25er-Fotoalbum gehts [hier] weiter.
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